Das Schneemädchen

Die Autorin

Eowyn Ivey wuchs in Alaska auf, wo sie noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern lebt. Sie studierte Journalismus und kreatives Schreiben an der Western Washington University und der University of Alaska und arbeitete zehn Jahre lang als preisgekrönte Redakteurin beim Frontiersman Newspaper. Heute ist sie Buchhändlerin. „Das Schneemädchen“ ist ihr erster Roman. Er wurde in elf Länder verkauft.

Eowyn Ivey veröffentlich regelmäßig auf ihrem Blog viel über ihr Leben als Schriftstellerin in Alaska.

Eowyn Ivey im InterviewInterview mit Eowyn Ivey

Was hat Sie zum „Schneemädchen“ inspiriert?

Ich arbeite hier in Alaska as Buchhändlerin bei Fireside Books, und als ich eines abends die Regale einräumte, stieß ich auf eine illustrierte Kinderbuchausgabe des klassischen russischen Märchens vom Schneemädchen. Ich las es an Ort und Stelle und wusste sofort: das ist es. Das war die Geschichte, nach der ich immer gesucht hatte. Eine magische Geschichte in einer Landschaft, die vor meiner eigenen Haustür liegebn könnte. In weniger als einem Jahr hatte ich meine erste Version von „Das Schneemädchen“ geschrieben.

Welche Recherche haben Sie für „Das Schneemädchen“ betrieben?

Lustig, es fühlte sich nie wie Recherche an. Ich gab einfach nur meiner Faszination nach. Nachdem ich über dieses Kinderbuch von Snegurochka gestolpert war, entdeckte ich viele verschiedene Versionen, die über Jahrhunderte hinweg  erzählt worden waren, in russischer Lackkunst auftauchten, in der Oper oder im Ballet. Alle habe meine Vorstellungskrft angeheizt. Was das Leben von Jack und Mabel in ihrere Blockhütte angeht, konnte ich aus meinen eigenen Erfahrungen schöpfen. Mein Mann und ich sind in Alaska aufgewachsen. Wir haben einen Gemüsegarten, jagen Elche und Karibus, um Fleisch zu haben, sammeln wilde Beeren, beheizen unser Haus mit einem Holzofen und versuchen, uns weitgehend selbst zu versorgen. Wenn ich darüber schreibe, wie Jack einen Elch zerlegt, muss ich darüber nichts recherchieren – wir machen das jeden Herbst.

Die Geschichte basiert auf einem Kindermärchen. Inwiefern hat das die Sache verkompliziert, da sich das Buch ja an eine erwachsene Leserschaft richtet?

Ich habe nie darüber nachgedacht, dass es sich um ein Märchen für Kinder handelte. Vermutlich haben alle Märchen eine dunklere, erwachsenere Seite. Und ich habe dem Märchen nie gestattet, meine eigene Geschichte einzuengen. Es war nur der Ausgangspunkt, ich fühlte mich nicht daran gebunden.

Welche Frage würden Sie von Lesern gern gestellt bekommen, haben sie aber noch nicht gehört?

Manchmal frage ich mich, ob wohl jemand wissen will, ob es für meine Charaktere Vorbilder im wahren Leben gibt. Das findet man als Leser ja oft faszinierend – wie hoch ist der autobiographische Anteil? Aber in Wahrheit wurde keiner der Charaktere direkt von einem Menschen inspiriert, den ich kenne. Ich habe sie eher zusammengestückelt. Mabel war der Name meiner Urgroßmutter. Jack besitzt das stille Arbeitsethos meines Mannes. Aber meine Charaktere sind sehr schnell eigenständige Menschen geworden, die ich kennen lernte, als ich der Geschichte nachspürte.

Was gefällt Ihnen am besten daran, eine Debüt-Autorin zu sein?

Eine E-Mail oder einen Brief von jemandem zu bekommen, der „Das Schneemädchen“ gelesen hat und sich davon stark berührt fühlt. Bei all den Reisen und Medien-Terminen, die mit dem Veröffentlichtwerden einhergehen, vergesse ich manchmal, was ich an Büchern liebe. Und dann e-mailt mir ein Mann aus Norwegen und erzählt, dass er „Das Schneemädchen“ aus seiner Bibliothek am Ort ausgeliehen  hat und es gern mochte. Oder beim Signieren von Büchern kommt eine Frau auf mich zu und sagt mir, wieviel es ihr bedeutet. In solchen Momenten fällt es mir plötzlich wieder ein – das ist der Grund, warum ich Bücher liebe. Warum ich das Lesen liebe, warum ich das Schreiben liebe – um diese Verbindung herzustellen.

Was kommt als nächstes? Müssen Ihre Fans auf den nächsten Roman lange warten?

Danke der Nachfrage. Ich arbeite an einem neuen Roman, der ein paar Gemeinsamkeiten mit dem „Schneemädchen“ haben wird – das historische Alaska, einige fantastische Elemente. Ich stelle ihn mir aber epischer und breiter angelegt vor. Es ist zu früh, um viel darüber zu sagen, aber die Arbeit daran macht mir viel Spaß.

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